Museen in den USA:
Der US Coast Guard Tonnenleger BRAMBLE

Hermann Schulte auf'm Erley


Wie in Europa haben die Tonnenleger in den USA auch vielfältige Aufgaben zu bewältigen. Vom Bereich der Küstenwache bis hin zu Eisbrecheraufgaben. Demzufoge sind sie sehr spezialisierte Schiffe. Und nicht anders ist es beim Tonnenleger BRAMBLE. Der Tonnenleger kann besichtigt werden in Port Huron, Michigan. Dort liegt sie am Seaway Terminal, in einem Zustand der nicht ahnen lässt, dass sie bereits am 23 Oktober 1943 zu Wasser gelassen worden ist. Der Autor konnte sich überzeugen, dass die BRAMBLE ready for action ist, Dank der vielen Stunden die Freiwillige an Bord verbringen.


Hier nun ein kurzer Abriss über die Geschichte des Coast Guard Cutters BRAMBLE (C-Class Seagoing Buoy Tender).
Wie schon erwähnt wurde der Tender 1943 bei der Marine Iron and Shipbuilding Corporation in Duluth, Minnesota gebaut. Sie war einer von 39 180ft. (ca. 55m) seegängigen Tonnenlegern, die zwischen 1942 und 1944 auf Kiel gelegt wurden. BRAMBLE's Operationsgebiet war San Pedro, CA, danach wurde sie in Alaska eingesetzt, um Versorgungs- und Navigationsaufgaben wahrzunehmen. Bedingt durch die robuste Bauweise und Eisbrechersteven hatte sie die besten Voraussetzungen für diese schwierigen Aufgaben.


Nach dem 2. WK wurde ihr Heimathafen bis 1949 San Francisco. Zwischendurch nahm sie im Oktober 1947 am ersten Test der Atombombe in dem Bikini-Atoll teil. Die Operation "Crossrads" untersuchte die Wirkung auf Schiffe nach Zündung einer Atombombe. Was dies für die BRAMBLE bedeutete ist dem Autor nicht bekannt, aber offensichtlich hat der Tonnenleger die Tests überlebt.
1949 wurde der Tender nach San Juan, Porto Rico beordert und verlegte dann 1953 nach Miami, Florida.
1957 fand ein weiteres geschichtsträchtiges Ereignis statt. Die Coast Guard Cutter BRAMBLE, SPAR und STOIS wurden ausgewählt, um eine Passage von Kanada (Pazifik) in den Atlantik zu finden. Demzufolge wurde die BRAMBLE entsprechend eisverstärkt, um den Strapazen im Packeis gewachsen zu sein. Sie erhielt Edelstahlpropeller und Bugverstärkungen. Der Cutter verließ Miami am 24. Mai 1957 Richtung Seattle, Washington. Am 1. Juli waren die Schiffe bereit in die Bearing Strasse und die Arctic vorzustoßen. Der Verband fuhr 4500 sm in 64 Tagen um dann den Atlantik zu erreichen. Die drei Cutter waren die ersten Schiffe, die den Nord-Amerikanischen-Kontinent auf dieser Route umrundet haben.


Nach dieser erfolgreichen Expedition kehrte der Tonnenleger am 2. Dezember 1957 nach Miami zurück. 1962 bergan dann ihre Kariere an den Great Lakes. Nachdem sie erst in Detroit, Michigan stationiert wurde, wurde 1975 ihr Heimathafen Port Huron, Michigan. Mit einem kurzen Abstecher in die Karibik, um den Drogenhandel zu bekämpfen, verbleibt der Cutter in Port Huron. Nach einigen Modernisierungen und vielen Auszeichnungen für herausragender Leistung wurde sie 2003 außer Dienst gestellt. Der 225 ft. (ca. 69m) Coast Guard Cutter HOLLYHOCK (Juniper Class) hat die Aufgaben der heute technisch überholten BRAMBLE übernommen.


Hier noch ein paar technische Einzelheiten:

Länge ü.a.: 180 ft.
Breite: 37ft.
Tiefgang: 13ft.
Besatzung: 48
Maschinen: 2 GM V8 Dieselmotoren mit je 1200 Wellen-PS
Geschwindigkeit: 13 kn.
Kran-Kapazität: ca. 10t


Hermann Schulte auf'm Erley, November 2006