Museen in den USA:
Mystic Seaport, Conneticut.

Hermann Schulte auf'm Erley

Mystic Seaport liegt in den Neuenglandstaaten, und zwar in Connecticut. Mystic ist seit dem 16. Jahrhundert Heimat des Schiffbaues und demzufolge ist man dort der martimen Tradition sehr verpflichtet. Das Mystic Seaport Museum ist das großte maritime Museum seiner Art an der Ostküste, wenn nicht sogar überhaupt der USA. Das Museum hat über 500 Boote und Schiffe als Exponate. Und nicht nur das, man kann auch Schiffspläne erwerben. Die Kollektion umfaßt mehr als 80.000 (!!!) Zeichnungen, vom späten 19. Jahrhundert bis heute. Anzumerken ist, daß "The Ship Plans Division of the G.W. Blunt White Library" andere Öffnungszeiten hat, als das Museum. Die Kosten für eine Kopie belaufen sich zwischen 20 und 100 US$, man sollte sich auf jeden Fall vorher erkundigen! (Anschrift s. unten).

Mystic Seaport 1

Was mich begeistert hat, sind natürlich die Exponate, aber auch die kleine Hafenstadt, in der man hautnah erleben kann, wie man um die Jahrhundertwende gearbeitet und gelebt hat. In jedem Gebäude sind freundliche und sachkundige Mitarbeiter, die einem wirklich alles haarklein erklären., z.B. wie ein Tau entsteht, wie ein Segel genäht wird, oder wie eine Harpune geschmiedet wird. Alle Mitarbeiter sind natürlich in der entsprechenden Tracht gekleidet.

Mystic Seaport 2

Besonders hat es mir natürlich der Fischereischoner L.A. DUNTON angetan. Wer das Buch "The American Fishing Schooners" von Howard I. Chapelle kennt, wird die L.A. DUNTON auf dem Titelbild wiedererkennen. In einem Gespräch an Bord habe ich auch so nebenbei erfahren, daß das Deck bei den meisten Fischerreischonern z.B. lackiert war und nicht "roh", wie sonst üblich.

Mystic Seaport 3

Auch kann man die Walfänger-Romantik (aus unserer Sicht) hautnah auf der Bark CHARLES W. MORGAN erleben. Und wenn man sich dann vorstellt, daß diese Walfangreisen mehrere Jahre gedauer haben... Prost Mahlzeit! Ob das dann noch so romantisch ist!
Schön ist auch, daß man den Restaurateuren und den Schiffsbauern in der hauseigenen Werft über die Schulter schauen darf. Für alle also, die sich fur Holzschiffbau interessieren, ein Muß, wenn man die Gelegenheit hat, Seaport zu besuchen.

Mystic Seaport 4

Ferner gibt es noch einige Schiffsmodelle zu bewundern, die wirklich Museums-Qualität zeigen. Leider ist dort das Fotografieren verboten.

Mystic Seaport 5

Wie in allen amerikanischen Museen ist bestens für Unterhaltung und leibliches Wohl gesorgt. Im Museum-Store kann man dann noch abschließend nach herzenslust in Büchern stöbern oder alte Stiche erwerben. Fest steht für mich, daß es nicht der letzte Besuch dort war.

Mystic Seaport 6

Mystic Seaport 7

Und wenn man dann schon in der Gegend ist, kann man noch einen Abstecher ins Aquarium machen. Heimat des wohl berühmtesten Tiefseeforschers Dr. Robert D. Ballard (Entdeckung der Titanic, Bismark usw.) Dementsprechend ist auch ein großer Teil für die Tiefseeerforschung reserviert.
Wirklich sehenswert!

Mystic Aquarium

Für alle U-Boot-Freunde möchte ich dann noch einen kurzen Abstecher nach Groton zum Nautilus-Museeum empfehlen. Nicht nur, daß man das erste atomgetriebene Angriffs-U-Boot besichtigen kann, mit etwas Glück kann man auch ein U-Boot der Seawolf-Class beim Auslaufen betrachten, da das Museum direkt an den U-Boot-Stützpunkt angrenzt. Das Museumsgebäude selbst bietet natürlich alles Wissenswerte über U-Boote von einem Blick durchs Persikop bis hin zur U-Boot-Taktik des 22 Jahrhunderts.

www.mysticseaport.org

Fragen werden gern angenommen unter: HermannSaE@ig-spezialschiffe.net

Hermann Schulte auf'm Erley, März 2005