Museen in den USA:
Das Fleet-U-Boot USS PAMPANTIO und das Liberty-Schiff JEREMIA O'BRIAN in San Francisco

Hermann Schulte auf'm Erley

Wenn man einen Trip nach San Francisco plant, sollte man nicht versäumen zwei Veteranen aus dem II Weltkrieg zu besuchen. Das Fleet-U-Boot USS PAMPANITO und das Liberty-Schiff JEREMIA O'BRIAN, welches ich allerdings nur aus der Ferne bewundern durfte, da sie gerade zur "Fleet-Week" auslief.

USS PAMPANTIO 1

Doch zunächst zur USS PAMPANTIO (SS-383). Sie wurde am 29. November 1943 in Dienst gestellt und führte sechs Patrolien im pazifischen Raum bis zum Kriegsende durch. In dieser Zeit wurden 6 Schiffe versenkt und 4 weitere beschädigt, daneben wurden 73 Piloten (POW's) aus dem Wasser gefischt. Außer Dienst gestellt wurde die USS PAMPANTIO am 15. Dezember 1945. Seit 1982 ist sie der Öffentlichkeit zugänglich. Die wichtigsten Daten für diese Vetreterin der Balao-Klasse. Die Balao-Serie unterschied sich von der Gato-Serie haupsächlich durch die größere Tauchtiefe (Gato 95m, Balao 120m), sowie eine schnellere Bauweise auf den Werften Die Tauchzeiten bei diesen grossen Booten lag bei etwa 50-60 Sekunden. Für deutsche U-Boote im Atlantik undenkbar (25-30 Sekunden für Typ VII C 41 und ca. 9 Sekunden für Typ XXIII), aber für den pazifischen Raum tolerierbar, zudem die Boote später mit umfassender Radar- und Sonar-Technik ausgerüstet waren. Die USS PAMPANTIO ist 95,02m (311ft. 9in.) lang, 8,31m (27ft.3in.) breit und hat eine Verdrängung von 2415 tons (im getauchten Zustand). Ihre max. Geschwindigkeit lag bei 23 kn aufgetaucht und 9 kn getaucht. Bei einer Besatzung von 10 Offizieren und 70 Mannschaften besaß sie eine Seeausdauer von 75 Tagen. Die Bewaffnung bestand aus 10 Torpedorohren (6 vorne, 4 hinten) mit 24 Torpedos. Die Deckgeschütze bestanden aus einer 133mm (5-inch/25), 1 x 40mm Bofors und 1 x 20mm Oerlikon Flak. Übrigens, der Druckkörper besaß keine zylindrische Form wie bei anderen U-Booten, sondern verjüngte sich zum Bug und Heck hin.

USS PAMPANTIO 2

USS PAMPANTIO 3

USS PAMPANTIO 4

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Auf den Bildern gut zu sehen ist das Air Sear Radar (SS) am vorderen Mast und dahinter das Surface Search (SJ) Radar, sowie das Hydrophone (JP), welches sich vorne auf der Steuerbordseite befindet.

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Weiter Informationen über die USS PAMPANITO und ihre Fahrten findet man in der englischsprachigen Literatur.

Nun zur JEREMIAH O'BRIAN, einer der wenigen noch fahrtüchtigen Liberty-Schiffe. Gebaut 1943 in nur 56 Tagen (!!) in Portland, Maine, wurde die S.S. JEREMIAH O'BRIAN am 19. Juni ihrem Element übergeben. Von Juli 1943 bis Oktober 1944 fuhr die S.S. JEREMIAH viermal im Konvoi zwischen Amerika und England. Während ihres vierten Besuches in Europa wurde sie als "Shuttle" zwischen Southhampton / England und den "Omaha"- sowie dem "Utha"-Beach in der Normandie eingesetzt. Danach unternahm sie Reisen nach Südamerika, in den pazifischer Raum, sowie nach Indien und nach Australien.

JEREMIAH O'BRIAN 1

Ab Februar 1946 teilte sie das Schicksal viele ihrer Geschwister, sie wurde eingemottet und stand der "Reserve Fleet" zur Verfügung. Viele Liberty-Schiffe wurden an ausländische Interessenten verkauft, verschrottet oder als künstliches Riff versenkt.
1960 enstand ein Plan zur Rettung eines Liberty-Schiffes. Die Wahl fiel auf die S.S. JEREMIAH O'BRIEN, die sich noch in einem guten Zustand befand. Mit Hilfe von vielen Freiwilligen wurde das Schiff wieder in den Orginalzustand versetzt. 1994 setzte sie nocheinmal Kurs auf die Normandie anlässlich des 50 Geburtstages des D-Day's.

JEREMIAH O'BRIAN 2

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Die S.S. JEREMIAH O'BRIEN ist 134,60m (441ft. 7in.) lang, 17,37m (57ft.) breit, und hat einen Tiefgang von 8,46m (27ft. 9in.). Eine Dreizylinder-Expansionsmaschine mit 2500 PS treibt das Schiff mit einer Marschgeschwindigkeit von 11 kn an. Die Verdrängung beträgt 14245 tons. Die Crew besteht aus 56 Mann plus zusätzlicher Geschützbedienung. Ursprünglich war sie mit zwei 86mm (3-inch/50) Geschützen, sowie acht 20mm Flugabwehrkanonen ausgerüstet. Das Museumsschiff besitzt ein 86mm Geschütz, ein 137mm (5-inch/38) Geschütz und acht mal 20mm Flak.

JEREMIAH O'BRIAN 5

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Neben dem Pier 45 gibt es das Hyde Street Pier mit einer Vielzahl von weiteren Museumsschiffen, die man nicht versäumen sollte, wenn man denn genügend Zeit hat.

Hermann Schulte auf'm Erley, März 2005