Der F14 - Horizont

oder

Große Computersender für die Modellschiffsteuerung

Wer die Fotos auf unseren Seiten aufmerksam betrachtet hat, dem ist vielleicht aufgefallen, welchen Sender viele von uns benutzen. Es ist die mc-24, der größte Computersender der Firma Graupner. Nun mag man sich fragen, worin da der Sinn liegt, denn immerhin ist die mc-24 in erster Linie für die Modellfliegerei entwickelt worden, und einer der teuersten Sender auf dem Markt. Nun, reine Angeberei ist es ganz bestimmt nicht, sondern es sind vielmehr die Möglichkeit, die Funktionen auch im Schiff sinnvoll einzusetzten.

Die im allgemeinen für den Schiffsmodellbau verwendete Spanne von Fernsteuerungen reicht vom einfachen 2-Kanal-Sender für die elementaren Funktionen (Vorwärts-Stop-Rückwärts und Rechts-Links) bis zu den kleineren bis mittleren Computersendern wie der Graupner mc-12, mc-16 oder der robbe FC16. Größere Computersender wie mc-18 bzw. FC18 aufwärts findet man am Teich meist nur dann, wenn sich der betreffende auch mit der Fliegerei beschäftigt.
Zudem teilt sich die Modellbaugemeinde noch in zwei Lager, nämlich die Computersendernutzer und die Fraktion namens "Braucht man nicht". Hier soll es aber nun nicht generell diskutiert werden, ob nun Computersender sinnvoll sind oder nicht. Diese Diskussionen werden schon im Überfluß an anderen Stellen geführt. Vielmehr will ich zeigen, was mit den ganz großen Sendern möglich ist, und welche enorme Bereicherung sie für das Fahren eines Modellschiffes bieten.

Wenn die 2-Kanal-Fernsteuerung irgendwann zu klein geworden ist, weil man die ersten "Sonderfunktionen" verwirklichen will, lautet die Empfehlung oft: robbe F14. Dieser Sender ist unter den Schiffsmodellbauern weit verbreitet, denn er ist der einzige preiswertere Sender, der sich wirklich weit mit Proportional- und Schaltmodulen ausbauen läßt. Auch ich hatte mal so ein Teil, nur handelte es sich damals um eine robbe promars, praktisch der F14-Vorgänger. Die Alternative dazu hieß damals 6014, aber leider ist die schon lange nicht mehr lieferbar. Doch parallel zur Verbreitung der F14 scheint sich die Meinung eingebürgert zu haben, die F14 erfülle alle Wünsche des Schiffsmodellbauers, von den computersenderspezifischen Standardfunktionen wie Servotrimmung, Modellspeicher usw. mal abgesehen. Man findet nur wenig Modellbauer, die ihre F14 voll ausgebaut haben und auch alle Funktionen nutzen. Niemandem scheit sich daher der Sinn nach größeren, und damit natürlich auch teureren Anlagen zu erschließen. "Braucht man alles nicht" ist hier der Standardsatz geworden, den man stets zu hören bekommt.

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Nun, am Anfang jeder Geschichte steht ein Schiff. Wenn man sich in ein bestimmtes Vorbild verguckt hat und der bekannte Modellbauvirus ausgebrochen ist, geht es ans Überlegen, wie das Projekt zu realisieren ist. In meinem Fall handelte es sich bei dem Objekt der Begierde um den Eisbrecher ALE, der u.a. hier mit seinen Funktionen als Beispiel dienen soll. Besonders spannend am Anfang eines neuen Projektes finde ich immer, festzulegen, welche "Sonder-" Funktionen realisiert werden können. Als ich das für mein ALE-Modell tat, stieß ich schnell an die Grenzen meiner damaligen Fernsteuerung, der Graupner mc-16. 8 Kanäle waren einfach zu wenig. Dazu kam noch, das besondere eisbrechertypische Funktionen wie die Krängungs-und Antirollanlage zu realisieren waren, die ebenfalls erhöhte Anforderungen an den Sender stellen würden. Da bot sich seinerzeit die mc-24 an, die damals der einzige Sender mit 12 Kanälen und mit den interessanten Kurvenmischern war. Als Einzelsender auf der InterModellbau gekauft, war der Preis um Größenordnungen erträglicher, als das, was heutzutage in Euro in der Preisliste abgedruckt steht.

Anhand folgender Beispiele will ich den Sinn verdeutlichen, den der Einsatz meiner mc-24 für Modellschiffe macht:

1. Ruderunterstützung durch gegeneinander arbeitende Propeller
oder: Wie mir meine 24 sozusagen das Leben rettete.

2. Lageregelung beim Eisbrecher ALE

3. Jet-Steuerung beim Schnellboot SAR33

4. Rückstoßausgleich des Löschmonitors beim Schlepper UDU

5. Kransteuerung - Beibootsteuerung

Diese Beispiele sind Möglichkeiten der Fernsteuertechnik jenseits des "F14-Horizontes". Wer gewillt ist, dazuzulernen und sich eigene Gedanken zu machen, wird sicher noch viele weitere Möglichkeiten entdecken, die mc-24, oder auch die anderen großen Computersender sinnvoll einzusetzen. Der Phantasie sind dabei kaum Grenzen gesetzt, sei es, ein Offshoreschiff mittels Propeller, Querstrahlern und/oder Schottel per Joystick auf Position zu halten, einen Schlepper mit Schottel- oder Voith-Schneider-Antrieb zu steuern, oder per Schalter die Funktionen der Löschmonitore auf die Knüppel zulegen, um exakt zielen zu können.

Doch nun geht es los mit dem ersten Beispiel:

1. Ruderunterstützung durch gegeneinander arbeitende Propeller

HN