IG-SPEZIALSCHIFFE-Workshop

Radarbildschirm

Hermann Zimmermann

In allen meinen modernen Modellschiffen befindet sich, natürlich in einer Original-Inneneinrichtung, ein Radarbildschirm in Funktion. Einschränkend muß man hinzufügen, daß dies nur bis Maßstab 1:50 realistisch ist. Da ich Maßstäbe größer 1:50 nicht baue, ist der überwiegende Teil der Modelle 1:12,5 bis 1:33, und für diese passen meine Bildschirme sehr gut.

Aus diversen Fachzeitungen kenne ich alle die Bemühungen, mit einer mehr oder weniger aufwendigen Mechanik und Licht einen Radarbildschirm zu realisieren. Ich habe Verständnis dafür, wenn ein "Otto-Normal-Bastler" die Elektronik scheut und statt dessen den mechanischen Weg sucht.
Im nachfolgenden Versuch möchte ich Ihnen einen Radarbildschirm von nur 20mm Durchmesser und einen rechteckigen mit den Abmessungen von 24x20mm präsentieren.
Es bleibt natürlich Ihnen überlassen, andere Maße zu verwenden, der Effekt bleibt derselbe, lediglich wird bei größeren Abmessungen die Helligkeit etwas abnehmen.

Kommen wir zunächst zum einfachen Teil. Benötigt wird ein Lauflicht, welches mit einer bestimmten, oder von Ihnen gewählten Zeit die LED des Radarbildschirmes der Reihe nach zum leuchten bringt. Anfänglich habe ich eine aufwendige Schaltung selbst erstellt, dann aber den Bausatz der Firma Conrad gefunden, welcher mit geringen Änderungen hervorragend arbeitet. Der Bausatz heißt "Mini-Roulett" und kostet ca. 8 Euro. Den Bausatz nach Anleitung zusammensetzen, lediglich der Taster wird durch ein Potentiometer von einem Megaohm, der Widerstand R1 durch einen solchen von 100 Kiloohm und Widerstand R3 durch einen 680 Ohm ersetzt. Die beiligende LED können SIe provisorisch anlöten und das Potentiometer stellen Sie vor Inbetriebnahme auf Mitte. Wenn Sie jetzt eine Gleichspannung von 12V anlegen, werden die LED reihum kurz aufleuchten und entsprechend der Stellung des Potentiometers mehr oder weniger schnell. Wenn bis hier alles läuft, können wir uns an den diffizielen Teil wagen.

Zur Anwendung im Radarbildschirm kommen natürlich nicht die mitgelieferten LED, sie wären sowohl zu groß als auch zu lichtschwach.
Ebenfals von Conrad verwende ich die kleinsten LED, die er anbietet und zwar: LD 171, LED GRU Best. Nr. 183296 vo 1mm Durchmesser. Bestellen Sie vorsichtshalber für einen Bildschirm 15 Stück, denn das Eine oder Andere wird bei der Montage kaputt gehen oder unauffindbar unter dem Tisch verschwinden.

Wie Sie aus der Zeichnung (Bild 1) ersehen, besteht der Schirm aus einer kupferkaschierten Scheibe mit 10 Lötpunkten oder Augen, sowie einem kupferkaschiertem Ring, mit einer zusammenhängenden Schicht. Nachdem die Scheibe geätzt ist und somit die 10 Lötaugen hervorragen, werden beide Teile mit der kupferfreien Seite durch zB. UHU-Hart miteinander verklebt. Mit einem 1mm-Bohrer werden die Löcher durchgehend gebohrt, die AUssparung eingefeilt oder eingesägt und danach das Teil in Aceton oder Nitroverdünner gelegt. Nach kurzer Zeit lassen sich die Teile trennen und können mit dem Verdünner gereinigt werden. Die Scheibe wird jetzt auf der kupferfreien Seite mit einem weißen Mattlack lackiert und trocknen gelassen. Die ist später der Schirmhintergrund. Logischerweisekann ich Sie nicht abhalten, andere Hintergründe auszuprobieren, stelle jedoch fest, daß dieser matte, weiße Hintergrund eindeutig die besten Ergebnisse lieferte. Ein spiegelnder Hintergrund war ein großer Reinfall.

Nachdem alles trocken ist, geht der Kniffel richtig los. Da in der Schaltung alle LED-Katoden (Strich) gemeinsam zusammen geführt sind, heißt das, die Katode der LED kommt zum Ring und die Anoden (Pfeil) auf je ein Lötauge.
Das zusammensetten ist nur was für ruhige Tage, keine Aufregung an der Arbeitsstätte und ein ausgeglichenes Verhältnis zum anderen Geschlecht usw.
Zu allem Überfluß muß der vorstehende Teil (Wulst), das ist die Lichtebene, zum Zentrum des Schirmes zeigen. Da sie LED so winzig ist, bedarf es nur einer sehr, sehr kurzen Lötzeit. Braten ist hoffnungslos und die LED in die ewigen Jagdgründe eingegangen.
Ehe Sie an den Einbau der LED gehen, sehen Sie in der Bauanleitung nach, wie man LED überprüft bzw. ihre Anschlüsse ausfindig macht.

Bei mir hat sich bewährt, die Katode, die Seite mit dem Wulst, zuerst an den Ring zu löten. Anschließend wird Minus einer Gleichspannung von 12V an den Ring gelegt und Plus über einen Widerstand von 1 Kiloohm abwechselnd an die Anoden, der schälere Teil, der einzelnen LED angetippt. Wenn alle leuchten ist bis hierher alles ok, bzw. nichtleuchtende LED müssen ersetzt werden und sind entweder verkehrt herum eingelötet oder den Hitzetod gestorben. Nachdem alle LED letztmalig ausgerichtet sind, werden die Beinchen der Anoden jetzt in die Scheibe, weißer Hintergrund in Tichtung LED, eingefädelt und mit kurzem Löttipp angelötet. Hoffen wir, das auch diese Mühsl geglückt ist, dann können wir vom Ring eine Leitung an den Kerben entlang zum Minuspol eines LED-Anschlusses auf dem Mini-Roulett führen und je eine Leitung von den Lötaugen des Bildschirmes zu den Lötanschlüssen der LED 1-10 auf der Roulett-Platine führen. Lötauge 1 zu LED-Anschluß 1, usw.

Legen SIe jetzt 12V Gleichspannung an die + und - Anschlüsse der Platine und der Radarbildschirm wird grünlich und recht hell reihum aufleuchten.
Es fehlt noch eine hellgrüne Folie mit einem passenden Hafenausschnitt, so wie ich ein Muster beigelegt habe, welches auf den Ring gelegt wird.
Je nach EInbau im Schiff kann jetzt ein Bildschirmkragendarüber gelegt werden, denn die ganze Konstruktion ist ja recht flach und kann auf dem Kommandopult aufliegen.
Die rechteckige Ausführung steckt in einem kleinen Gehäuse aus ABS und ist mit einer Gabel zum schwenken versehen und auf dem Fahrpult befestigt. Über ein rückseitiges Loch im Gehäuse wie auch im Fahrstand ist die 11-polige Verbindungsleitung nach unten zur Lauflicht-Platine geführt.

Wünsche allen eine ruhige Hand, viel Geduld, wie immer eine Hand breit Wasser unter dem Kiel, aber ansonsten Gut Screen.

Die Brücke der HAFENAMT 1, Hermann Zimmermann
HZ